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Naturmedizin

Ratgeber Blasenschwäche

Blasenschwäche
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Wenn Urin unkontrolliert aus der Blase abgeht, spricht man von einer Blasenschwäche (Harninkontinenz) oder umgangssprachlich von einer "schwachen Blase". Ärzte unterscheiden verschiedene Arten von Blasenschwäche. Die drei bekanntesten Arten sind Belastungsinkontinenz, Dranginkontinenz und Mischninkontinenz. Schon bei leichten Beschwerden ist der Weg zum Arzt der Richtige. Es ist wichtig, dass der Arzt herausfindet, um welche Inkontinenz es sich handelt. Nur so kann man die Ursachen feststellen und auch die individuelle Therapie dafür. Um dem Arzt zu erleichtern, die Diagnose aufzustellen, können Sie ein Toiletten- und Trinkprotokoll führen. In diesem Protokoll notieren Sie für einige Tage Ihre Trinkmengen, wie oft Sie Wasser lassen mussten, wie stark der Harndrang ist und ob es zu einem unwillkürlichen Harnverlust kommt. 

Symptome und Formen der Harninkontinenz

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Wer schon beim Niesen, Lachen, Husten oder leichter körperlicher Anstrengung seinen Harnverlust nicht mehr kontrollieren kann, ohne dass vorher Harndrang aufgetreten ist, hat schon mit leichten Anzeichen einer Blasenschwäche zu kämpfen. In diesem Fall spricht man von einer Belastungsinkontinenz, da schon bei kleinster Belastung ein extremer Harndrang verspürt wird. Die körperlichen Belastungen erhöhen den Druck im Bauchraum und so wird auch automatisch der Druck auf die Blase erhöht. Die Belastungsinkontinez ist einer der häufigsten Harninkontinenzformen.

Bei der Dranginkontinenz kommt es oft zu einem unwillkürlichen Urinverlust. Des Weiteren haben Patienten dieser Art von Blasenschwäche auch eine sehr hohe Frequenz des Wasserlassens, wobei allerdings meistens nur sehr kleine Mengen an Urin ausgeschieden werden. Oft kann der Gang zur Toilette für viele Patienten zum Verhängnis werden und es kommt genau dann zum Urinverlust. Ein häufiges Symptom der Dranginkontinez ist außerdem nächtliches Wasserlassen. Wird man nachts öfter als einmal aufgrund eines starken Harndrangsgefühl geweckt, spricht man von einer sogenannten Nykturie.

Der Name der Mischharninkontinenz lässt erahnen, um was für eine Form der Harninkontinenz es sich handelt. Patienten, die an einer Mischinkontinenz erkrankt sind, leiden oftmals auch an Symptomen der Belastungs- und der Dranginkontinenz. Dabei können die Symptome der beiden Formen unterschiedlich ausgeprägt sein. In den meisten Fällen dominieren allerdings die Symptome der Belastungsinkontinenz. Besonders im fotschreitenden Lebensalter und vor allem bei Frauen ab dem 50. Lebensjahr, ist die Mischinkontinenz sehr häufig.

Ursachen der Blaseninkontinenz

Die drei Formen der Blaseninkontinenz haben nicht nur unterschiedliche Symptome, sondern auch unterschiedliche Ursachen. Bei der Belastungsinkontinenz, von der rund 40 % der inkontinenten Frauen betroffen sind, ist in vielen Fällen eine Schwächung des Beckenbodens für die Beschwerden verantwortlich. Schwangerschaften, gynäkologische Operationen, Alterungsprozessen, aber auch Übergewicht, schwere körperliche Arbeit und Bewegungsmangel fördern Schäden im Bereich des Beckenbodens und sind Gründe des Blasenauslasses. Es kann daher sein, dass die Harnröhre nicht mehr fest zwischen Muskel-und Bindegewebe verankert ist und nicht mehr so funktioniert, wie sie eigentlich sollte.

Bei der Dranginkontinenz können Entzündungen der Harnblase und Harnröhre oder gut-bzw. bösartige Prostata-Vergrößerungen, ebenso wie neurologische Erkrankungen (beispielsweise Multiple Sklerose oder ein Schlaganfall) die Ursache sein. Außerdem können häufige Blasenentzündungen und entzündete Blasensteine Ausschlag für die Dranginkontinenz sein. Blasensteine sind feste, steinartige Gebilde in der Harnblase, die ermöglichen, den Urin durch einen speziellen Muskel willentlich abzugeben.

Für das Auftreten einer Mischinkontinenz können alle Ursachen einer Belastungsinkontinenz und alle Ursachen einer Dranginkontinenz verantwortlich sein. Bei einer Mischinkontinenz kommt meistens zu einer bereits bestehenden Drang- oder Belastungsinkontinenz die jeweils andere Form hinzu. 

Therapie bei Harninkontinenz

Die Behandlung muss individuell an jeden Patienten und die entsprechende individuelle Diagnose angepasst werden. Vielen Patienten, die unter einer Belastungsinkontinenz oder aber auch unter einer Dranginkontinenz leiden, hilft es, die Beckenbodenmuskulatur zu kräftigen. Um diese Übung richtig auszuführen, ist es von Vorteil, sie unter der Aufsicht eines fachkundigen Physiotherapeuten durchzuführen. Lesen Sie auf hier alle Übungen die Beckenbodenmuskulatur nach>>

Wer unter einer Harninkontinenz leidet, sollte sein Verhalten trainieren. Ein Trink-und Toilettenprotokoll, mit angepassten Trinkmengen und festen Toilettenzeiten kann sehr hilfreich sein. Betroffene können lernen, ihren Harndrang auszuhalten und erfahren kleine Tricks, um das Wasserlassen hinaus zu zögern. Um das Trink-und Toilettenprotokoll richtig anzuwenden und gesund vorzugehen, sollten Sie dies unbedingt in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt durchführen. So ist es zum Beispiel auch nicht sinnvoll, nicht viel zu trinken- im Gegenteil. Ihr Körper braucht ausreichend Flüssigkeit. 

Es gibt auch Medikamente, die den Harndrang mildern können. Um das richtige Medikament zu wählen, sollten Sie sich auch in dem Fall unbedingt von Ihrem Arzt beraten lassen und nichts alleine entscheiden. Einige Medikamente haben nämlich unterschiedliche Nebenwirkungen, die auch andere Probleme verursachen können.

Vorbeugung der Inkontinenz

Die Basis, um Blasenschwächen vorzubeugen, ist eine ausgewogene, gesunde Ernährung, sowie viel Bewegung. Durch eine gesunde Ernährung lässt sich Übergewicht vemeiden, was oft Ursache von Harninkontinenzen ist. Wer darauf achtet und fettige Speisen und Süßigkeiten weitesgehend vermeidet, lässt Übergewicht gar nicht erst entstehen und ist dadurch weniger gefährdet. Des Weiteren fördert eine gesunde Ernährung auch eine geregelte Verdauung, welches sich auch positiv auswirken kann. Verstopfung kann nämlich möglicherweise zu starkem Pressen bei der Stuhlentleerung führen und dies wiederum zu einer übermäßigen Belastung des Beckenbodens, welches die Harninkontinenz fördert. 

Von der Belastungsinkontinenz sind in den häufigsten Fällen Mütter betroffen, da der Beckenboden während der Schwangerschaft stark belastet wird. Um eine Inkontinenz für spätere Jahre vorzubeugen, ist nach der Entbindung ein intensives Beckenbodentraining für die Festigung der überdehnten Muskulatur, enorm wichtig. Aber nicht nur für Mütter ist das Beckenbodentraining hilfreich. In jedem Alter, auch in jungen Jahren, kann ein Beckenbodentraining gegen Harninkontinenz vorbeugen. 

Fazit

Sie haben es selbst in der Hand. Sollte Ihr Arzt eine bestimmte Form von Harninkontinenz bei Ihnen festgestellt haben, können Sie durch eine individuelle Therapie dagegen vorgehen. Durch bestimmte Maßnahmen wie Ernährung und Bewegung können Sie selbst aktiv werden und sich nicht mehr von unangenehmen Harndrang und unwillkürlichen Harnverlust aus der Ruhe bringen lassen. 

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Beratung | Gesundheit
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