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Gesund

Schlafkiller Nr. 1 Was hilft gegen Schnarchen?

Frau liegt wach, weil ihr Mann schnarcht

Was ist der Schlafkiller Nr. 1? "Es gibt zwei. Schnarchen und Stress", sagt Schlafmediziner Dr. Michael Feld, der in seinem Buch Dr. Felds große Schlafschule die wichtigsten Schlafräuber unter die Lupe nimmt. "Männer neigen bei gestörtem Schlaf stärker zu Schnarchen, Frauen mehr zu Burnout und Depressionen." Außerdem sei Frauenschlaf der Genetik und Sozialisation wegen leichter störbar. Für gemeinsam schlafende Paare ein Teufelskreis. Schläft der Mann schlecht, neigt er stärker zum Schnarchen, was den Schlaf der Partnerin stört und deren Stresspegel erhöht, der bei ihr wiederum Schlafstörungen verursacht. Schnarchen ist also zugleich Symptom und Ursache eines gestörten Schlafs.

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Entstehung des Schnarchens

Buchtipp
GU: Dr. Felds große Schlafschule
Im Schlaf nimmt bei jedem Menschen die Spannung der Muskeln ab, auch die der Mundhöhle und des Rachens. Dadurch erhöht sich der Atemwiderstand. Wenn dann irgendwo ein Engpass besteht, werden die Gaumensegel und andere Weichteile im Rachen-Kehlkopf-Bereich in Schwingung versetzt. Bei Frauen verhindern die weiblichen Hormone meist ein Erschlaffen der betroffenen Muskeln - bis zu den Wechseljahren. Die häufigste Schnarchursache aber ist Übergewicht. Fettablagerungen am weichen Gaumen behindern die nächtliche Atmung. 

Schnarchen als Gesundheitsgefährdung

Starkes Schnarchen als Kavaliersdelikt zu bezeichnen, sei ein urbaner Mythos, so Schlafmediziner Michael Feld. "Starkes Schnarchen ist fast immer eine Störung, die den Schnarcher auf Dauer nachhaltig schädigt. Und den Bettpartner auch."

Besonders gefährlich wird Schnarchen, wenn es sich zur sogenannten Schnarchapnoe ausbildet. Bei zehn bis 15 Prozent der Schnarcher kommt es nachts zu Atemaussetzern (Apnoe). Für Sekunden, teils ein bis zwei Minuten, steht der Atem still, und das bis zu einige hundert Mal pro Nacht. Der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt, der Kohlendioxidgehalt steigt an. Das Gehirn schlägt Alarm. Der Mensch schreckt panisch auf, schnappt nach Luft. Das geht zu Lasten der Tiefschlafphasen – des Schnarchers und dessen Bettgefährten. Es drohen Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes und Potenzstörungen. Nicht ganz so gefährlich ist das Upper-Airway-Resistance-Syndrom. Diese Diagnose trifft weitere zehn bis 15 Prozent der Schnarcher. Auch hier gerät der Atem ins Stocken, die oberen Atemwege verschließen aber nicht völlig. Die Übergänge zwischen beiden „Schlafkrankheiten“ sind fließend, die Alarmzeichen ähnlich: Die Betroffenen fühlen sich tagsüber müde, abgeschlagen und unkonzentriert, schlafen in Meetings, im Theater oder beim Autofahren ein – erhöhte Unfallgefahr!

Mittel und Maßnahmen gegen das Schnarchen

Es gibt jede Menge Anti-Schnarchprodukte, von der Anti-Schnarchschiene bis zum Anti-Schnarch-Kissen. Doch welche ist die effektivste Lösung? Das hängt ganz von der individuellen Problemlage ab.

Es gibt noch zahlreiche weitere Anti-Schnarchprodukte auf dem Markt: Kopfbandagen, Nasenpflaster, Halsbänder, Fingerringe und vieles mehr. Doch was mit größerer Sicherheit hilft, sind natürliche Mittel der Lebensführung und -gewohnheiten. So neigen übergewichtige Menschen stärker zum Schnarchen als normalgewichtige. Außerdem sollten Sie auf Schlaf- und Beruhigungsmittel möglichst verzichten und zwei Stunden vor dem Schlafengehen keinen Alkohol trinken. Und falls Sie ein Blasinstrument spielen: Hervorragend! Denn damit trainieren Sie Ihre Atemmuskulatur. Auch das verringert die Neigung zum Schnarchen.

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Schlagworte
Gesundheit | Partnerschaft | Schlafen