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Koch-Ratgeber

Das tut mir gut Wie gesund ist bio wirklich?

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Schweinepest, Rinderwahn, Glyphosat – angesichts der vielen Lebensmittelskandale in der Vergangenheit greifen Verbraucher zunehmend zu Bio-Produkten. Im Interview erklärt die Biologin Tina Andres, welche positiven Auswirkungen der ökologische Landbau hat – auf den eigenen Körper, die Seele und auf die gesamte Umwelt.

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Sind Bio-Lebensmittel automatisch gesünder als konventionelle, Frau Andres? Ja, das sind sie, für Mensch und Umwelt. Fairerweise muss gesagt werden, dass es Unterschiede in der Qualität von bio gibt. In jedem Fall steckt hinter bio ein Produkt, das ohne Zuhilfenahme von chemisch-synthetischen Mitteln wie Stickstoffdünger und Spritzmittel erzeugt wurde. Die wenigen zugelassenen Bio-Zusatzstoffe sind auf ihre Unbedenklichkeit hin streng überprüft. Wem es stärker darum geht, nicht nur bio zu kaufen, sondern auch ökologisch zu handeln, sollte auf Verbandsware achten wie Bioland- und Demeter-Produkte, deren Standards weit über normales Bio hinausgehen. Und deren Bauern und Verarbeiter auch wirklich transparent die Produktion vor Ort dokumentieren. Damit stellen sie für den Verbraucher sicher, dass ihre Waren streng nach diesen Richtlinien erzeugt und veredelt wurden.

Klingt definitiv bekömmlicher … Ein Bio-Betrieb wird jährlich auf die Einhaltung der Bio-Richtlinien überprüft, denen er sich verpflichtet hat – sowohl der EU- Richtlinien als auch von den Verbänden. Die jährliche Kontrolle wird angemeldet, darüber hinaus gibt es aber noch unangemeldete Überprüfungen. Bio-Produkte sind also regelmäßig kon trollierte Lebensmittel, während man sich bei konventionellen Lebensmitteln überwiegend nur auf die Einhaltung der vorgegebenen Lebensmittelstandards verlässt. Und die werden in den seltensten Fällen überprüft. So weiß man in der konventionellen Landwirtschaft fast nichts über Wechsel wir kun gen zwischen Mitteln wie Pestiziden, Pflanzen hormonen und Mitteln gegen Schimmelbefall.

Was macht eine hohe Qualität von bio aus? Bio ist mehr als nur „bessere Produkte“. Uns geht es um eine „ enkeltaugliche“ Landwirtschaft, faires Wirtschaften, soziale Arbeitsbedingungen und den Erhalt der Artenvielfalt.

Inwiefern? Bei tierischen Produkten ist die artgerechte Haltung absolute Voraussetzung. Unsere Tiere leben ihre natürlichen Verhaltensmuster aus. Sie haben Zugang zu frischem Wasser, frischer Luft, artgerechtem Futter mit sauberen Ablageflächen. Kühe behalten ihre Hörner, weil sie zum Organismus des Tieres gehören. Wir setzen in unserer Erzeuger-Verbraucher- Gemeinschaft auf enge Partnerschaften mit verlässlichen Bio-Höfen, die unsere Läden beliefern. Somit garantieren wir kurze Lieferwege. Regionalität heißt für uns: maximal 100 Kilometer Entfernung vom Laden. Wir haben uns Ressourcenschutz, Artenschonung, Sozialverträglichkeit und faire Bezahlung auf die Fahne geschrieben. Auch CO2- Einsparungen sind ein essenzielles Thema. Wir handeln keine Flugware. Absurd wäre doch, sich über eine Bio-Mango direkt vom Erzeuger zu freuen – obwohl diese mit dem Flugzeug geliefert wurde. Ökologischer Landbau beinhaltet auch die Wahrung und Züchtung alter Sorten, bei Möhren zum Beispiel „Rodelika“ und „Milan“.

Weil die mehr Nährstoffe haben? Gesichert ist, dass alte Sorten einen höheren Anteil an wertvollen Inhaltsstoffen haben als moderne Hochleistungssorten – die nicht standortangepasst sind und mit Stickstoffdüngern zwar schnell, aber ohne komplexe, für den Körper wertvolle Inhaltsstoffe wachsen. Dabei geht es aber nicht nur um ein einziges Vitamin, sondern um eine Fülle etwa von Antioxidantien. All diese Stoffe stehen durch den Verzehr auch unserem Körper zur Verfügung.

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